23.03.2017 19:30 Uhr im [Kany]: Die globalen Auswirkungen des russischen Oktober 1917

„Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt“ Die globalen Auswirkungen des russischen Oktober 1917
Vortrag und Diskussion mit Marcel Bois

Der Erste Weltkrieg war ein globaler Krieg — und auch die Revolte gegen ihn und seine Auswirkungen fand im Weltmaßstab statt. In den Jahren 1917 bis 1921 gingen Millionen zwischen Moskau und Tokio, zwischen Barcelona und Buenos Aires auf die Straße, um ihrem Wunsch nach sozialer und politischer Veränderung Ausdruck zu verleihen.
„Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt“, notierte ein besorgter britischer Premierminister David Lloyd George im März 1919. „Die Arbeiter sind nicht nur von einem tiefen Gefühl der Unzufriedenheit (…) ergriffen, sondern von Groll und Empörung. Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von einem Ende Europas zum anderen in Frage gestellt.“
Den Beginn dieses Prozesses hatte die Russische Revolution des Jahres 1917 markiert. Sie wurde zur Inspiration für Akteure der Arbeiterbewegung rund um den Globus — und nicht zuletzt auch in Deutschland. Dort sollte sich schließlich auch das Schicksal der jungen Sowjetrepublik entscheiden.

Referent: Dr. Marcel Bois, Historiker aus Hamburg, ist Mitglied im Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Autor von „Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik“ (Klartext 2014, 2. Auflage: 2016).

Eine Kooperationsveranstaltung des Bildungskollektivs BiKo und SJD – Die Falken Erfurt, gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „2017 — 1917. 100 Jahre Oktoberrevolution“ des Bildungskollektivs BiKo.

 

02.03.2017 19.30 im [Kany]: „Marxismus-Feminismus bei Frigga Haug“

Marxismus-Feminismus entstand in den 1970ern und bezeichnet die gleichberechtigte Verknüpfung beider Felder. Am Beispiel von Frigga Haug wird erörtert, welche Ideologie einer Theorie zugrunde liegt, die die Unterdrückungsmechanismen von Patriarchat und Kapitalismus als sich bedingend denkt und wie das Verhältnis von Marxismus und Feminismus zueinander ist.
Organisation: SJD – Die Falken KV Erfurt

Donnerstag, 2.3. 19.30 Uhr
Falken-Ladenlokal [kany] Thälmannstraße 26

27.02.2017 19:30 im [kany] – Jour fixe: Aspekte kritischer Ästhetik. Geschmacksurteil und Stil

Während die Linken poststrukturalistischer Couleur Geschmack als objektiv-gültiges Urteil verwerfen, ist den Antideutschen allerlei hässlich. Das exorbitante Bestreiten und die überhöhte Affirmation verweisen dabei auf ein unbegriffenes Verhältnis zum Geschmacksurteil. Der Vortrag soll daher in kritischer Absicht zunächst allgemeine Bestimmungen desselben formulieren.

Gedenkstättenfahrt nach Ravensbrück

Die Gedenkstättenfahrt hat sich jetzt für Menschen bis 26 Jahre geöffnet und ist nicht nur für Schüler*innen, spontane Anmeldungen sind noch bis 09. März möglich.

Den Nationalsozialismus lehnen fast alle Menschen ab – wir auch. Gleichzeitig fällt uns immer wieder auf, dass durch eine bloße Abgrenzung noch lange nichts über den Nationalsozialismus gewusst wird. Die Auseinandersetzung in Schule und Politik bleibt oft moralisch und floskelhaft. Dem möchten wir etwas entgegensetzen. Wir wollen zusammen an einer Kritik des Nationalsozialismus arbeiten, die darauf abzielt, ihn unmöglich zu machen.

Familienbrunch mit Kinderbetreuung

Am 18. Juni von 9.30 – 14 Uhr findet unser Familienbrunch in unserem Ladenlokal [kany] in Erfurt statt.

Es gibt lecker Essen und Getränke und für die Kinder Spiel- und Bastelangebote.

Für Kinder ist der Spaß umsonst, Erwachsene zahlen mit „Familienpass“ 3 €, ohne 6 €.

Über eine vorherige Anmeldung zum besseren Planen würden wir uns freuen: kontakt @ falken – erfurt . de

Zwischen Zionismus und Sozialismus: Werner Scholem (1895 – 1940)

Werner Scholem

Werner Scholem (1895-1940) wird heute meist verbunden mit seinem Bruder Gershom, Benjamin-Herausgeber und Experte zur jüdischen Mystik. Beide radikalisierten sich politisch gegen den autoritären Vater und den Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft. Werner brachte seinem Bruder mit der Gruppe „Jung Juda“ den Zionismus nahe, doch wandte sich selbst bald ab von dieser Idee und schloss sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ an. Als Soldaten wider Willen in den Jahren 1916-1918 kamen sich beide noch einmal näher und diskutierten über Judenstaat und Revolution.
Als die Revolution jedoch im November 1918 in Deutschland von der Utopie zur Wirklichkeit wurde, trennten sich die Wege – Werner begann eine Laufbahn als sozialistischer Politiker und wurde für die KPD in den Reichstag gewählt, während Gershom 1923 Deutschland verliess und nach Jerusalem auswanderte.

Mit dem 20-minütigen Kurzfilm “Von der Utopie zur Gegenrevolution” (https://www.youtube.com/watch?v=TQv-ieP7D2k) von Niels Bolbrinker wird die bisher wenig bekannte Biographie Werner Scholems vorgestellt, bevor dann der Historiker Ralf Hoffrogge in einem Vortrag die Debatten zwischen Zionismus & Sozialismus 1914-1919 näher beleuchtet.

Referent: Ralf Hoffrogge, Autor von “Werner Scholem – eine politische Biographie” (UVK 2014)

Der Vortrag ist Teil der aktuellen Vortragsreihe unseres Arbeitskreis Nationalsozialismus und wir durch den Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt gefördert.

Vortrag und Diskussion mit Helmut Dahmer: „Vom Antisemitismus zur Xenophobie“

14.03.2016 – 18.30 Uhr im Ladenlokal [kany]

Der antisemitische Wahn hat den „Holocaust“ überlebt und imponiert als eines der Sphinxrätsel der Gegenwart. Von der Fähigkeit, solche Rätsel theoretisch und praktisch zu lösen, hängt das Leben der von der „Pest“ der Diskriminierung und der Massaker bedrohten Gruppen ab. Auch in Deutschland machten sich nach einer von den Alliierten erzwungenen Latenz von drei oder vier Jahrzehnten antisemitische Reaktionen wieder geltend. Es entwickelte sich ein „Antisemitismus ohne Juden“. Das heißt, dass auch nichtjüdische Flüchtlinge und Migranten – zum Beispiel von der NSU-Bande – inzwischen ähnlich wie früher Juden diskriminiert und attackiert werden. Die ideologischen Rechtfertigungen für Judenhass und Judenmord, für „Ausländer“-Hass und „Ausländer“-Mord variieren, die Phobie selbst scheint so etwas wie eine historische Invariante zu sein.

Was aber hat der Antisemit vom Antisemitismus, was hat der Xenophobe von seinem Wahn? Er schließt sich einer informellen Aberglaubensgemeinschaft an, deren „Bekenntnis“ in der Kette vieler Generationen auskristallisiert wurde, die sich gegen eine sie überfordernde Vaterreligion und gegen den Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft revoltierten. Das antisemitisch-xenophobe Dispositiv liefert ihm eine einfache „Erklärung“ für seine eigene Misere und alle Übel dieser Welt. Zugleich liefert es ihm eine Matrix zur Strukturierung seiner Affekte. Es exkulpiert und nobilitiert ihn und seinesgleichen, indem es die vermeintlich „wahren“ Schuldigen benennt und ihn zu deren Bestrafung ermächtigt.

 

Zum Referenten:
Helmut Dahmer studierte bei Adorno und Horkheimer und war Mitglied des SDS. Als Professor für Soziologie lehrte er ab 1974 in Darmstadt und ist seit seiner Pensionierung freier Publizist. Er war leitender Redakteur der psychoanalytischen Zeitschrift Psyche und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Hamburger Instituts für Sozialforschung.

Arbeitskreis Nationalsozialismus

Unser Arbeitskreis zum Nationalsozialismus und zur Vorbereitung der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz hat gestern mit einem organisatorischen Treffen begonnen. Wir wollen uns jeden Dienstags um 19.30 Uhr treffen, um zusammen zu lesen und zu diskutieren.

Dabei wollen wir folgende Themen diskutieren:

  • Wie gedenken? (Hermann: Wie wollen wir gedenken?)
  • Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit? (Adorno: Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit)
  • Nach 1945: Kontinuitäten und Verdrängung & Wandel der Erinnerungskultur
  • Kapitalismus und Nationalsozialismus (NS als Lösung der kapitalistischen Krise, Zumutungen des Kapitalismus an das Individuum, Klassen im NS)
  • NS und Antikapitalismus – (u.a. Sozialrevolutionärer Flügel der NSDAP, War der NS modern?)
  • Volksgemeinschaft (Was passiert mit dem Individuum?)
  • Antisemitismus
  • Ist der NS spezifisch deutsch?
  • Was bedeutet das für uns heute? (Für unsere Kritik der Gesellschaft und für unsere Praxis)
  • Den Text für die kommende Woche „Wie wollen wir gedenken?“ findet ihr hier.

    Nen Zettel mit weiteren Infos zu Terminen, Arbeitsmodus usw. findet ihr hier.