Gedenkstättenfahrt für Schüler*innen

Ab 02. März 2016 wollen wir uns einmal wöchentlich treffen, um gemeinsam eine Gedenkstättenfahrt zu planen und inhaltlich vorzubereiten. Zusammen mit Schülern und Schülerinnen aus Jena und Erfurt wollen wir dann in den Osterferien 2017 (10. bis 16. April) die Gedenkstätte Ravensbrück besuchen.

Den Nationalsozialismus lehnen fast alle Menschen ab – wir auch. Gleichzeitig fällt uns immer wieder auf, dass durch eine bloße Abgrenzung noch lange nichts über den Nationalsozialismus gewusst wird. Die Auseinandersetzung in Schule und Politik bleibt oft moralisch und floskelhaft. Dem möchten wir etwas entgegensetzen. Wir wollen zusammen an einer Kritik des Nationalsozialismus arbeiten, die darauf abzielt, ihn unmöglich zu machen.

Familienbrunch mit Kinderbetreuung

Am 18. Juni von 9.30 – 14 Uhr findet unser Familienbrunch in unserem Ladenlokal [kany] in Erfurt statt.

Es gibt lecker Essen und Getränke und für die Kinder Spiel- und Bastelangebote.

Für Kinder ist der Spaß umsonst, Erwachsene zahlen mit „Familienpass“ 3 €, ohne 6 €.

Über eine vorherige Anmeldung zum besseren Planen würden wir uns freuen: kontakt @ falken – erfurt . de

Zwischen Zionismus und Sozialismus: Werner Scholem (1895 – 1940)

Werner Scholem

Werner Scholem (1895-1940) wird heute meist verbunden mit seinem Bruder Gershom, Benjamin-Herausgeber und Experte zur jüdischen Mystik. Beide radikalisierten sich politisch gegen den autoritären Vater und den Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft. Werner brachte seinem Bruder mit der Gruppe „Jung Juda“ den Zionismus nahe, doch wandte sich selbst bald ab von dieser Idee und schloss sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ an. Als Soldaten wider Willen in den Jahren 1916-1918 kamen sich beide noch einmal näher und diskutierten über Judenstaat und Revolution.
Als die Revolution jedoch im November 1918 in Deutschland von der Utopie zur Wirklichkeit wurde, trennten sich die Wege – Werner begann eine Laufbahn als sozialistischer Politiker und wurde für die KPD in den Reichstag gewählt, während Gershom 1923 Deutschland verliess und nach Jerusalem auswanderte.

Mit dem 20-minütigen Kurzfilm “Von der Utopie zur Gegenrevolution” (https://www.youtube.com/watch?v=TQv-ieP7D2k) von Niels Bolbrinker wird die bisher wenig bekannte Biographie Werner Scholems vorgestellt, bevor dann der Historiker Ralf Hoffrogge in einem Vortrag die Debatten zwischen Zionismus & Sozialismus 1914-1919 näher beleuchtet.

Referent: Ralf Hoffrogge, Autor von “Werner Scholem – eine politische Biographie” (UVK 2014)

Der Vortrag ist Teil der aktuellen Vortragsreihe unseres Arbeitskreis Nationalsozialismus und wir durch den Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt gefördert.

Vortrag und Diskussion mit Helmut Dahmer: „Vom Antisemitismus zur Xenophobie“

14.03.2016 – 18.30 Uhr im Ladenlokal [kany]

Der antisemitische Wahn hat den „Holocaust“ überlebt und imponiert als eines der Sphinxrätsel der Gegenwart. Von der Fähigkeit, solche Rätsel theoretisch und praktisch zu lösen, hängt das Leben der von der „Pest“ der Diskriminierung und der Massaker bedrohten Gruppen ab. Auch in Deutschland machten sich nach einer von den Alliierten erzwungenen Latenz von drei oder vier Jahrzehnten antisemitische Reaktionen wieder geltend. Es entwickelte sich ein „Antisemitismus ohne Juden“. Das heißt, dass auch nichtjüdische Flüchtlinge und Migranten – zum Beispiel von der NSU-Bande – inzwischen ähnlich wie früher Juden diskriminiert und attackiert werden. Die ideologischen Rechtfertigungen für Judenhass und Judenmord, für „Ausländer“-Hass und „Ausländer“-Mord variieren, die Phobie selbst scheint so etwas wie eine historische Invariante zu sein.

Was aber hat der Antisemit vom Antisemitismus, was hat der Xenophobe von seinem Wahn? Er schließt sich einer informellen Aberglaubensgemeinschaft an, deren „Bekenntnis“ in der Kette vieler Generationen auskristallisiert wurde, die sich gegen eine sie überfordernde Vaterreligion und gegen den Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft revoltierten. Das antisemitisch-xenophobe Dispositiv liefert ihm eine einfache „Erklärung“ für seine eigene Misere und alle Übel dieser Welt. Zugleich liefert es ihm eine Matrix zur Strukturierung seiner Affekte. Es exkulpiert und nobilitiert ihn und seinesgleichen, indem es die vermeintlich „wahren“ Schuldigen benennt und ihn zu deren Bestrafung ermächtigt.

 

Zum Referenten:
Helmut Dahmer studierte bei Adorno und Horkheimer und war Mitglied des SDS. Als Professor für Soziologie lehrte er ab 1974 in Darmstadt und ist seit seiner Pensionierung freier Publizist. Er war leitender Redakteur der psychoanalytischen Zeitschrift Psyche und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Hamburger Instituts für Sozialforschung.

Arbeitskreis Nationalsozialismus

Unser Arbeitskreis zum Nationalsozialismus und zur Vorbereitung der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz hat gestern mit einem organisatorischen Treffen begonnen. Wir wollen uns jeden Dienstags um 19.30 Uhr treffen, um zusammen zu lesen und zu diskutieren.

Dabei wollen wir folgende Themen diskutieren:

  • Wie gedenken? (Hermann: Wie wollen wir gedenken?)
  • Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit? (Adorno: Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit)
  • Nach 1945: Kontinuitäten und Verdrängung & Wandel der Erinnerungskultur
  • Kapitalismus und Nationalsozialismus (NS als Lösung der kapitalistischen Krise, Zumutungen des Kapitalismus an das Individuum, Klassen im NS)
  • NS und Antikapitalismus – (u.a. Sozialrevolutionärer Flügel der NSDAP, War der NS modern?)
  • Volksgemeinschaft (Was passiert mit dem Individuum?)
  • Antisemitismus
  • Ist der NS spezifisch deutsch?
  • Was bedeutet das für uns heute? (Für unsere Kritik der Gesellschaft und für unsere Praxis)
  • Den Text für die kommende Woche „Wie wollen wir gedenken?“ findet ihr hier.

    Nen Zettel mit weiteren Infos zu Terminen, Arbeitsmodus usw. findet ihr hier.

    Arbeitsgruppe Nationalsozialismus

    Erstes Treffen 20. Januar, 19.00 Uhr. Seminarraum der Saline34, Salinenstr.34 Erfurt.

    Im April besucht der Bundesverband der Falken die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass heraus wollen wir einen neuen Arbeitskreis gründen, der sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. Wir wollen gemeinsam der Frage nachgehen, was der Nationalsozialismus eigentlich war, in welchem Verhältnis er zu Staat und Kapital steht, was genau Antisemitismus ist und was die Volksgemeinschaft, von der die Deutschen damals so begeistert waren. Dabei interessiert uns weniger der Nationalsozialismus als Vergangenheit, sondern diese im Bezug auf seine Gegenwart – sein Nachleben. Welche Rolle spielten Staat und Kapital im Nationalsozialismus, welchen Bezug hatte er zu kapitalistischen Krise und wie sieht es in der heutigen Krise aus? Welchen Einschnitt in eine sozialistische Praxis stellte er dar und wie knüpfte er an Volks- und Gemeinschaftsvorstellungen, die auch in Teilen der sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeiterbewegung verbreitet waren, an?

    Dazu wollen wir uns einmal in der Woche treffen. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit uns Themen zu überlegen, zu denen wir uns Genossinnen und Genossen einladen wollen, die in Erfurt vortragen. Ein erstes Treffen für Interessierte findet am 20.Januar statt. Dort wollen wir uns auch über Wochentag und Uhrzeit weiterer Treffen und das Programm der nächsten Termine verständigen.

    Bei Rückfragen schreibt an: Philipp@Falken-Erfurt.de.

    Jour Fixe: Die Riots 2011 in England – Ausschreitungen im städtischen Raum

    Einmal im Monat veranstalten die Falken Erfurt einen Jour Fixe. Neuer Termin in diesem Jahr ist jeweils der erste Donnerstag im Monat. Unsere Jour Fixe Veranstaltungen sollen zur Diskussion anregen, sollen offen sein für ganz unterschiedliche Themen und Betrachtungsweisen.

    Der erste Termin 2014 wird sich mit den Riots in England beschäftigen:
    06. Februar 2014 um 19.30 Uhr im Filler, Erfurt

    Im August 2011 kam es mehrere Nächte in Folge zu heftigen Ausschreitungen in englischen Städten. Für einige Tage war die Situation kaum unter Kontrolle zu bringen, es wurde geplündert, Läden und Autos zerstört und sich Scharmützel mit der Polizei geliefert. Politische Forderungen wurden von den Aufständischen nicht gestellt. Für die Politik war schnell klar: Hier war ein krimineller, asozialer und unpolitischer Mob am Werk. Was aber waren die Ursachen für die Unruhen? Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze setzen bei der ökonomischen und sozialen Ausgrenzung, der Repression gegen Randgruppen usw. an. Ein kurzer Input soll diese Ansätze thematisieren. Im Anschluss daran wollen wir gemeinsam über politische Bedeutung solcher „unpolitischer“ Riots diskutieren.

    Weiter geht es am 6. März 2014 um 19.30 mit dem Thema: Libertäre Pädagogik, Idee der Freiheit in Erziehung und Bildung.

    Rosa und Karl – Aktionswoche zur Novemberrevolution 1918/1919

    novemberrevolution
    Anlässlich der Niederschlagung des sogenannten Spartakusaufstandes im Januar 1919 und der Ermordnung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts wollen wir uns in diesem Jahr in einer Reihe von Vorträgen mit den damaligen Ereignissen auseinandersetzen. Dabei wollen wir einen Einblick ins Denken Rosa Luxemburgs geben, die Geschichte der Novemberrevolution anhanf von Dokumenten und Berichten von Zeitgenossen darlegen und daran erinnern, dass es zwar die Revolutionäre waren die in der Vergangenheit immer wieder als brutal und blutig denunziert wurden, es in Wahrheit aber die Kräfte der Ordnung sind die mit aller Brutalität gegen diejenigen vorgehen die den geregelten Gang der Verhältnisse in Frage stellen. Außerdem fahren wir auch dieses Jahr wieder zum Rosa und Karl Wochenendseminar unseres Bundesverbandes, um uns mit Genossen auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren und am Sonntag Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu Gedenken.

    Mittwoch, den 08.Januar um 20.00 Uhr im filler.: Rosa Luxemburg und die Revolution.
    Vortrag und Diskussion mit Maria-Elisabeth Neuhauss (Falken Jena) und Philipp (Falken Erfurt)

    Rosa Luxemburg unterrichtete an der Parteischule der SPD Kritik der politischen Ökonomie und war erst Mitbegründerin des Spartakusbundes und später der Kommunistischen Partei Deutschlands. Während unzählige andere Protagonisten der Novemberrevolution wie die Revolutionären Obleute oder die Internationalen Kommunisten aus Bremen heute fast vergessen sind (von den kämpfenden Arbeiterinnen und Arbeitern ganz zu schweigen), ist sie zusammen mit Karl Liebknecht die Symbolfigur der Revolution geworden. So trägt auch die Demonstration, die heute an die Niederschlagung des so genannten Spartakusaufstandes im Januar 1919 erinnern soll, ihren Namen.
    Aber welche Kritik an Herrschaft und Ausbeutung formulierte Luxemburg?
    In welcher Beziehung zur Revolution stehen das Denken und Handeln der Sozialistin, die von sich selbst sagte, dass sie nur die „Holzstange“ sei, an die die Genossen „die Fahne ihrer allgemeinen Kampfbegeisterung“ hängen würden?
    Was dachte Luxemburg, die nicht müde wurde, in Artikeln und Reden den Massen das Elend der herrschenden Verhältnisse aufzuzeigen und einen möglichen Weg für die Revolution zu umreißen, und gleichzeitig in einen Brief schrieb, in dem sie die „Tragik des Menschen, der der Menge predigt und fühlt, wie jedes Wort in dem selben Augenblick, wo es seinen Mund verlässt, vergröbert und erstarrt und in den Ohren der Hörer zum Zerrbild wird“ thematisiert?
    Wie ist also das Verhältnis von Luxemburg zu den Massen, und damit zusammenhängend: wie das von objetiver Entwicklung zum Sozialismus und der Notwendigkeit revolutionärer Tat, das von Organisation und Spontaneität in ihrem Denken zu verstehen?
    Im Vortrag soll ein Einblick in die Kritik Rosa Luxemburgs an Staat und Kapital und ihre sich daraus ergebende Vorstellung von der Revolution gegeben werden.

    Donnerstag, den 09.Januar um 20.00 Uhr im Speicher: Lesung zur Novemberrevolution

    „Das war sicher erst der Beginn. Die wirklichen Kämpfe würden erst kommen! Ich wollte dabei sein. Ich mußte dabei sein, denn es ging auch um mich. Es ging um die Freiheit der Unterdrückten.“ Mit diesen Worten beschriebt der damals 17 jährige Maschinenschlosser Hans Lorbeer den Vorabend der Novemberrevolution. Vorausgegangen waren diesen Ereignissen der erste Weltkrieg und die Spaltung der Arbeiterbewegung und Deutschland und vielen anderen Ländern.
    In diesen Tagen wurde alles angezweifelt, die ansonsten träge Masse geriet in Bewegung, die alten Führer verloren allesamt die Kontrolle über sie und einen Moment lang schien es so, als würden die Menschen wirklich beginnen ihre Geschichte bewusst zu machen.
    Doch die versuchte Revolution endete im Blutbad, statt einer neuen Welt kam eine neue Regierung, an die Stelle der alten Obrigkeit trat eine neue und die Massen kehrten zurück an ihren Arbeitsplatz und in ihren Alltag.
    Anhand ausgewählter Zitate verschiedener Teilnehmer und Beobachter der Ereignisse wollen wir die Geschichte der Novemberrevolution vom Matrosenaufstand in Kiel bis zur Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknecht und der blutigen Niederschlagung aller revolutionären Versuche in einer Lesung nacherzählen.

    Freitag, den 10.Januar bis Sonntag, den 12.Januar im Kurt Löwenstein Haus bei Berlin: Wochenendseminar des Bundesverbandes: Rosa und Karl

    Nachdem mit dem Spartakusaufstand auch die Novemberrevolution blutig niedergeschlagen worden war, ermordeten Freikorps-Soldaten am 15. Januar 1919 Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

    Mit der Hilfe dieser rechtsextremen Mörderbande übte die sozialdemokratische Regierung Ebert-Scheidemann späte Rache an den Abweichlern, die für viele der Novemberrevolution und dem Spartakusaufstand ein Gesicht gaben.
    Jedes Jahr am zweiten Januarwochenende findet zum Gedenken an die Ermordeten eine Demonstration statt. Die Falken organisieren aus diesem Anlass jedes Jahr ein Seminarwochende, eben “Rosa und Karl”, seit letzem Jahr auch eine eigene Rosa un Karl Demo.

    Dieses Jahr wird es Seminare wie “Rosa für Einsteiger_innen”, “Geschichte der Arbeiterjugendbewegung”, “Jüdische Sozialist*innen in der Arbeiterbewegung”, “Antimilitarismus in Zeiten von Bundeswehrreform und Berufsarmee”, “Der Extremismus der Mitte”, “Revolution in der Jugendpolitik!?”, “Die Ausbeutung überwinden – Kapitalismuskritik für Einsteiger*innen”, “Argumente für Staatskritik”, “Fuck Identity! Zur Kriitik der ‚Identitären Bewegung’” …

    gemeinsame Anfahrt ab Erfurt.
    Der Teilnehmer_innenbeitrag beträgt inkl Teilnahme, Verpflegung und Anreise usw. 25€
    Meldet euch so schnell wie möglich an!
    Das geht per Mail oder per Post.
    Dazu brauchen wir von euch: Name, Alter, Adresse, Telefonnummer oder Mailadresse.

    Mittwoch, den 15.Januar, um 20.00 Uhr im filler.: „Die Ordnung herrscht in Berlin“(Rosa Luxemburg).
    Vortrag und Diskussion mit Jörg Finkenberger (Das grosse Thier).

    Januar 1919: nach der Niederschlagung des Spartakusaufstands ermorden Angehörige der Freikorps Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die Taten der „losgelassenen Soldateska“, wie einer der Mörder, Waldemar Pabst, seine Truppe später nennen wird, sind in der deutschen Geschichte bis dahin ohne Beispiel. Die Freikorps führen den Kampf gegen den „Bolschwismus“ mit einer Brutalität, die in keinem Verhältnis zu den Handlungen der Revolutionäre steht.

    Ausgerechnet Rosa Luxemburg, die erbitterte Kritikerin der Methoden Lenins und Trotzkis, heisst in der Propaganda der Mörder „die blutige Rosa“; der „rote Terror tobt“ in Berlin, dann in München, wo Freikorpsmänner den friedfertigen Gustav Landauer mit Nagelstiefeln zu Tode trampeln. Ebert und seine SPD decken, finanzieren, kommandieren all das unter dem Titel des Kampfes um „die Ordnung“; und noch heute hört man, die Rechte und Ebert hätten allen Grund gehabt, sich vor „russischen Verhältnissen“ zu fürchten.

    Wovon die Staatsbürgerkunde weniger gern redet, sind die 4 blutigen Jahre, in die die Stützen der Ordnung die Menschheit vorher gestürzt hatten; die „Ideen von 1914“, das „Vaterland“ und all die Dinge, in deren Namen die „Blutpumpe von Verdun“ betrieben wurde, und in deren Namen jetzt die Freikorps in Berlin, München, Halle, an Rhein und Ruhr anwandten, was sie im Feld gelernt hatten. Wovon auch die Rede nicht ist, ist die bizarre Hasskampagne nicht nur gegen Spartakus, sondern gegen die Linke und die Revolution, lange ehe noch der erste Schuss abgefeuert wurde.

    Denn wovor die deutschen „Antibolschewisten“ von Stadtler bis Hitler sich am meisten fürchteten, war nicht der „rote Terror“, sondern die Vorstellung, die Revolution und die menschliche Befreiung könnten gelingen. Dass das Vaterland und das Opfer und der Krieg, die Zucht und Ordnung, der Staat und die Familie aufhören könnten: das ist, was an der Revolution gehasst wird. Die Freikorps-Soldateska auf den Strassen Berlins oder Münchens bildet die Verbindung zwischen Verdun und Dachau. Das ist die Ordnung, die 1919 in Berlin sich durchsetzt: und „was ihr Staat nennt und Ordnung, das ist nichts anderes als ein einziges Schlachthaus, und ein grosses Gräberfeld“ (Michael Bakunin).

    Vortrag: Zur Kritik einiger veganer Argumente

    Montag 25.02.2013, 20.30 Uhr
    Vortrag und Diskussion mit Peter Schadt (Falken Stuttgart und GEGEN_KULTUR Verlag)

    Wenn Menschen sich vegan ernähren, kann dies aus den verschiedenen Gründen passieren. Für die einen ist es die einzig natürliche Ernährungsform; für andere das Wundermittel gegen den Welthunger. Nicht wenige fordern die Gleichheit von Mensch und Tier und sehen den sogenannten „Speziezismus“ in einer Reihe mit gesellschaftlichen Herschaftsverhältnissen wie Rassismus und Sexismus.

    Entsprechend ist der Veganismus meist nicht nur eine Art sich zu ernähren, sondern tritt als politisches Programm auf: Gefordert werden Tierrechte, die eine andre Behandlung von Tieren staatlich garantieren sollen. Keine tierischen Produkte zu kaufen wird oft als Hebel gesehen die Produktion von Fleisch und anderer tierischer Produkte und die damit verbundene Verwertung der Tiere für menschliche Zwecke zu beenden.

    Der Vortrag wirft einen genaueren Blick auf einige Argumente für den Veganismus und thematisiert die hinter ihnen stehenden Vorstellungen von Recht, Staat, Moral und Ökonomie. Zur Diskussion stellen wollen wir unsere Kritik an einiger politischen Forderungen, moralischen Argumenten und der politischen Praxis der Tierrechtsbewegung.

    Ort: [L50] – Lassallestr.50, Erfurt
    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Stadtführung: Arbeiterbewegung in Erfurt

    Montag, 10.12.2012, 16.30 Uhr

    Die Projektgruppe „Erfurt im Nationalsozialismus“ führt für die Falken Erfurt einen Stadtrundgang zum Thema „Arbeiterbewegung“ durch.
    Durch die einsetzende Industrialisierung und der damit verbundenen Landflucht im 19. Jahrhundert bildeten sich wie in vielen Städten auch in Erfurt zahlreiche Arbeitersiedlungen außerhalb der Stadtmauern heraus. Die Viertel der A
    rbeiterInnen waren von Armut geprägt, so war das Arbeiterviertel Ilversgehofen als „Blechbüchsenviertel“ bekannt. Die aufkommende Arbeiterbewegung nahm die Forderungen der ArbeiterInnen auf und schuf zahlreiche Einrichtungen im Viertel. Das Viertel entwickelte sich zu einer Arbeiterhochburg als „rotes Ilversgehofen“. Aber auch in anderen Vierteln gab es zahlreiche Einrichtungen von und für ArbeiterInnen.
    In der Weimarer Republik war Erfurt nicht nur Zentrum einer gut aufgestellten SPD, sondern auch einer starken KPD. Mit den Erstarken der Nationalsozialisten gab immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Arbeiterwehren und SA. Mit der Machtübernahme der NSDAP wurde die SA zur Hilfspolizei und die Arbeiterbewegung systematisch verfolgt und ihre Anführer in „wilde Konzentrationslager“ gesperrt.

    Treffpunkt: Erfurter Tivoli (Ecke Magdeburgerallee-Bebelstraße)