Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft bei Charles Dickens

Samstag 29. Januar, 17.00 Uhr,
Vortrag und Diskussion mit Björn Oellers (Falken Hamburg).

Während der Ausdruck „Neoliberalismus“ eine Neuauflage impliziert, stellt sich die Frage nach dem Inhalt des klassichen Liberalismus. Schon dieser ist durch einen tiefen Widerspruch -Verherrlichung und Liquidierung des Individuums – gekennzeichnet, was anhand einer Analyse der englischen Literatur dargelegt werden kann.
Für einen näheren Blick auf das Schicksal des bürgerlichen Subjekts sollen ausgesuchte Romane von Charles Dickens (1812 – 1870) untersucht werden, der wie Marx in der Zeit der Hochphase des Liberalismus lebte. Seine Romane bilden ein Panorama zeitgenössischer sozialer Problemstellungen und gesellschaftlicher Krisen.
Der Roman thematisiert bereits durch seine Form das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, indem sich die Handlung auf eine/n oder mehrere Held_innen konzentriert, deren Erlebnisse und Gedanken den Zusammenhang des Geschehens bilden und die Ereignisse struturieren. Es sind, wie in der Theorie des klassischen Liberalismus, die freien Individuen, die handeln und die Gesellschaft gestalten.
In Dickens Romanen dagegen geht die liberale Gesellschaft einen anderen Weg, der von ihrer Entstehung über Blüte und Krise in eine neue Form gesellschaftlicher Integration führt: den Imperialismus. Diese Entwicklung des Verfalls von Individualität soll in der Veranstaltung nachgezeichnet werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen unserer Reihe „Kunst und Kritik“ statt.

Ort: Filler Erfurt (Anfahrt)
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsreihe zur Kritik des Antisemitismus

Wir möchten Euch auf eine Veranstaltungsreihe zur Kritik des Antisemitismus in Ilmenau und Arnstadt hinweisen. Unter dem Motto „das Auschwitz nicht noch einmal sei“ wird es verschiedene Vorträge zur Antisemitismustheorie in den Thesen zum Antisemitismus der Dialektik der Aufklärung, zur Judenverfolgung bis zur Shoa in Ilmenau, sowie zwei Filme von Claude Lanzmann („Shoa“ und „Warum Israel“). Ausserdem werden wir Falken unter dem Titel „Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit?“ einen Vortrag zum materialistischen Gedenken halten.

Vortrag und Diskussion zum Thema „Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit?“

Der 27. Januar ist, seitdem Roman Herzog ihn vor 15 Jahren zum nationalen Gedenktag erhob, fester Bestandteil deutscher Erinnerungskultur. Was bedeutet dies für ein Gedenken, das nicht die Affirmation der herrschenden Verhältnisse betreiben möchte und welche Rolle spielen der Nationalsozialismus und die Shoa, sowie das Erinnern an sie, für eine kritische Theorie der Gesellschaft? Vor dem Hintergrund dieser Fragen soll ein materialistisches Gedenken skizziert werden, das nicht ein Angebot im Supermarkt der Erinnerungskulturen ist, sondern sozialistische Kritik.

Ort / Zeit: Curiebau, Weimarer Str. 25, Seminarraum C108 (beantragt) / 19 Uhr

Weitere Termine von uns findet ihr bereits online in der entsprechenden Rubrik. Beschreibungen folgen in der nächsten Zeit. Ausserdem liegen an eingen Plätzen bereits unsere gedruckten Halbjahresprogramme.

Vortrag „Erziehung und Bildung nach Auschwitz“ und offenes Plenum zur Programmplanung

Am Freitag findet ab 19.00 Uhr im Filler ein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Erziehung und Bildung nach Auschwitz“ statt.
Mit unserem Referenten Björn Oellers (Falken Hamburg) wollen wir der Frage nachgehen, warum Bildungs und Erziehungsarbeit eine wichtige Rolle zur Überwindung unvernünftiger Verhältnisse spielen und welche Rolle sie für einen Sozialistischen Jugendverband haben. Ausserdem soll danach gefragt werden, welchen Inhalt und welche Form eine solche Erziehungs- und Bildungsarbeit haben muss, damit sie ihrem Anspruch gerecht werden kann. Zugleich soll in den Blick genommen werden, inwiefern eine solche Bildungs- und Erziehungsarbeit von Adornos kategorischer Imperativ, Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, berührt wird und welche Auswirkungen dies haben muss.
Die Veranstaltung soll zugleich Ausgangspunkt für eine Diskussion um umser Programm in der zweiten Häflte 2011 sein.
Wir ladne alle die unsere Arbeit und unsere Veranstaltungen interessieren zu einem offenen Plenum am Samstag 18.12.10, 19.00 Uhr in den Filler ein. Wir wollen vorstellen, was wir uns schon überlegt haben und überlegen welche Veranstaltungen uns und euch noch fehlen. Wenn ihr also Lust habt, eure Vorschläge mit einzubringen, oder auch nur zu hören wollt, was so ansteht, seid ihr herzlich eingeladen.

Nachbreitung Hauptsache Gesund Seminar

Wer nach dem Ratschlag noch zu Müde war, um zum Seminar zu kommen kann einen Teil des Inhalts im Text Hauptsache Gesund! auf der Homepage von Junge Linke nachlesen.
Ausserdem kann das Interview das die Sendung Reibungspunkt mit von uns im Vorfeld der Veranstaltung geführt hat jetzt online gehört werden (Interview bei Reibungspunkt).

PS Ausserdem ist eine neuer Artikel („Cut the Crap“) vom Genossen Robert Sprinzel aus dem LV Brandenburg aus der Zeitschrift unseres Bundesverbandes zum Engagement in Parteien online.

„Es rettet uns die Kunst“?

Zum Verhältnis von Kunst und Kritik zwischen Autonomie und Aufhebung

Seminar mit Lukas (Biko)

Die jüngere kritische Soziologie (Boltanski, Schultheis etc.), die darum bemüht ist die Bedingungen von Kritik neu zu reflektieren, konstatiert in der historischen Rekonstruktion gesellschaftskritischer Bewegungen eine Trennung: „Sozialkritik vs. Künstlerkritik“. Während die Künstlerkritik, aus einem Boheme-Milieu stammend, selbst in der bürgerlichen Gesellschaft verankert ist, jedoch Lohnarbeit verachtet, zweckfreie Tätigkeit propagiert und auf das Individuum setzt, geht es der Sozialkritik um Arbeitskämpfe, kollektive Errungenschaften und materielle Absicherung und ihr erscheint die Individualität der Künstlerkritik als bürgerliches Privileg. So plausibel diese Beschreibung auf den ersten Blick sein mag – die Soziologen reproduzieren hier eine verkehrte Trennung, die in der Geschichte bereits mit den Avantgardebewegungen überwunden werden sollte Im Vortrag soll nachverfolgt werden wie sich das Verhältnis von Kunst und Kritik darstellt, seitdem sich erstere in der bürgerlichen Gesellschaft als autonome Sphäre herausgebildet hatte. Wichtige Eckpunkte sollen dabei die historischen Avantgardebewegungen und der Geschichtsbruch Auschwitz sein, nachdem sich die Frage nach einer Aufhebung der Kunst völlig neu stellt.

Wann: Mi. 15. Dezember 2010, 19.00 Uhr
Wo: Filler, Erfurt (Anfahrt)

Die Veranstaltung ist Auftakt zu unserer Reihe „Kunst und Kritik“. Mindestens einmal im Halbjahr wollen wir eine_n Künstler_in oder ein Werk in einer Veranstaltung vorstellen. Anfang nächsten Jahres geht die Reihe mit einer Veranstaltung zu „Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft in Romanen von Charles Dickens“ mit Björn Oellers (Falken Hamburg) weiter. Weitere Infos gibt es demnächst.

Arbeiter_innen & Partisan_innen Liederseminar

g
Vom 12.11. bis 14.11. fahren wir gemeinsam mit der Naturfreundejugend Thüringen in deren Haus im Thüringer Wald um uns ein Wochenende lang gemeinsam mit unserem Referenten auf einen Haufen bekannte und unbekannte Arbeiter_innen und Partisan_innenlieder zu stürzen. Dabei wollen wir über den Kontext und den Inhalt der Lieder diskutieren, aber natürlich auch jede Menge singen. Ausserdem wollen wir natürlich zusammen rumhängen, quatschen, diskutieren, kochen und feiern. Wenn Du Lust hast mitzukommen melde Dich bitte bis Mittwoch bei uns per Mail. Für Essen, Fahrt, Material müssen wir leider einen Teilnahmebeitrag von 15€ nehmen, solltest du keine Kohle haben, soll es daran aber nicht scheitern.

Was: Liederseminar
Wann: 12.11. – 14.11.
Wo: Naturfreundehaus Thüringer Wald (gemeinsame Anfahrt ab Erfurt)
Wer: alle die Lust haben
Wieviel: 15€

Autonomes Seminar zu Georg Lukács „Geschichte und Klassenbewusstsein“

Georg Lukács beim Abhängen
Georg Lukács beim Abhängen
Georg Lukács Aufsatzsammlung „Geschichte und Klassenbewusstsein – Studien über marxistische Dialektik“ von 1923 trug zusammen mit Karl Korschs „Marxismus und Philosophie“ wesentlich zur Entstehung eines westlichen Marxismus bei. Sie beeinflusste zahlreiche sozialistische und kommunistischeTheorien jenseits des autoritären Marxismus-Leninismus wie etwa die Kritische Theorie, Die Situationistische Internationale und den Antiautoritären Flügel der Studentenbewegung in Deutschland.

Im Seminar wollen wir die Aufsätze lesen und gemeinsam diskutieren, jenseits von Scheinen und Leistungspunkten besteht die Möglichkeit sich mit dem Text ausführlich zu beschäftigen.

Die Veranstaltung findet immer Montags ab 18.30 Uhr in der Uni Erfurt im Lehrgebäude 4 im Raum D05 statt. Es wird einen Reader geben der die Aufsatzsammlung, sowie das Buch „Geschichte und Klassenbewusstsein heute“ umfasst.

Das Seminar ist eine Veranstaltung der neuen Hochschulgruppe „association asociale“ in Kooperation mit den Falken Erfurt.