
Sozialismus als Kitsch: eine porzellan Katze für Rosa
Am 17.01. gings morgens früh raus: 9.30 Uhr wollten wir am Rosa Luxemburg Platz sein, um den dort Versammelten unseren Redebeitrag vor den Latz zu knallen. Der Anlass? Das jährliche Gedenken an die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts.
Der Grund? Die Versammelten von LINKE bis KPD LV Thüringen und ihre in Ausbeutung und Herrschaft verstrickte Denke.
Das Ganze verlief dann auch so erfolgreich, dass uns nach weniger als einem Drittel unserer Rede

Als stumme Götze beliebt.
das Mikrofon freundlich, aber bestimmt mit dem Hinweis entzogen wurde, den Gottesdienstbesuchern zu sagen was Sache ist, sei eine unerwünschte Art des Gedenkens. Dank ausreichender Vorbereitung wurde zügig das Mikrofon durch ein Megafon ersetzt und die Rede zu Ende gehalten.
Begleitet wurde der Rest der Rede dann von zunehmenden Auflösungserscheinungen der Kundgebung, Buh-Rufen und als, als sei der Religöse Charakter der ganzen Veranstaltung nicht schon offensichtlich genug, von einem “Pfui-Teufel”-Ruf einer aufgebrachten älteren Gottesdienstbesucherin. Unter der Behauptung, wir hätten noch nie etwas von Rosa Luxemburg gelesen, hielt man uns dann zum Abschluss noch Rosa Luxemburgs Briefe aus dem Gefängnis vor die Nase, als seien sie die Bibel der Götzenanbeter. Alles in allem war die Rede also sehr gelungen. Zur Dokumentation und als Diskussionsgrundlage werden wir in naher Zukunft unseren Redebeitrag online stellen, der gerade noch mit Fussnoten und Informationen versehen wird, um nicht den Eindruck zu erwecken, wir wüssten so wenig von und über Rosa Luxemburg wie die absolute Mehrheit der alljährlichen Trauergäste.
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15. Dezember 2009 in
Texte.

Auch der z.B. machte sich nen Kopf über Geschichte: Walter Benjamin
Unsere Zeitensprünge Projekt ist zu Ende und unsere Stadtführung fertig. Zur Dokumentation ist unsere Broschüre
“… die Überlieferung von neuem dem Konformismus abzugewinnen…” – Versuche einer materialistischen Geschichtsschreibun -Erfurt in der Frühen Neuzeit
entstanden. Die Broschüre ist schon im Druck und kann dann bei uns bestellt werden. Wer nicht warten möchte, .pdf file reicht, kann die absofort
hier runterladen!
Mit der Broschüre möchten zeigen, dass auch der Kapitalismus, dessen erste Formen sich in der von uns beschriebenen Epoche gegen den Feudalismus durchsetzten, nicht die Befreiung der Menschheit brachte. Denn auch wenn das heute weitestgehend vergessen ist, war dies einmal der Anspruch der bürgerlichen Gesellschaft. (…) So geht es überhaupt zu in der Geschichte: Herrschaft und Ausbeutung verändern ihre Form, bleiben aber bestehen.
Und noch etwas möchten wir zeigen: Es gab in der Geschichte immer schon Versuche, aus ihr auszubrechen, aus dem von den Menschen unbewusst gemachten sich über die sie dahin wälzenden mörderischen Prozess der Geschichte herauszutreten, hinein in eine Gesellschaft, die bewusst von ihren Mitgliedern gestaltet wird, als eine Gemeinschaft Aller ohne Zwang. Doch all diese Versuche wurden bis heute niedergeschlagen und viele im Blut ihrer Anhänger ertränkt.
Und so hoffen wir mit unserer Broschüre zeigen zu können, dass in der Geschichte nicht einfach nur Katastrophen stattfinden, sondern dass die Katastrophe ist, dass es immer einfach alles so weiter geht und zugleich Mut zu machen, dass dieses “weiter so” immer schon in Frage gestellt wurde und nicht an der Unmöglichkeit seines Ansinnens gescheitert ist, sondern an der Gewalt derer, die an Herrschaft und Ausbeutung festhalten.
Wenn ihr die dazu gehörige Stadtführung mit uns machen wollt schreibt uns, wir freuen uns!
Nach längerer Zeit gibt es nun endlich unsere Antwort auf die Indymedia-Kommentare (hier) die zu unserem Flugblatt gegen die Linkspartei (hier) geschrieben wurden.
Continue reading ‘Ich bin getroffen, ich bin getroffen!’
Auf den unseren Indymediaartikel gab es eine Reihe von Antworten die wir der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollen. Im Laufe des Wochenendes werden wir eine Stellungnahme zu den Vorwürfen formulieren.
Achtung: Sozialdemokratie
… 17.05.2009 – 16:19
Mensch muss die “Linke” nicht mögen. Doch wer seine Mitglieder ausschließt, wenn sie einer anderen Partei als der “SPD” (!) angehören wollen, spricht nicht gerade von einem linken Proful: Eine Mitgliedschaft in einer anderen Partei als der SPD ist aufgrund eines Beschlusses von 1971 mit einer aktiven Mitgliedschaft bei den Falken unvereinbar. Der Antrag, ihn aufzuheben, wurde auf der Bundeskonferenz im Mai 2007 in Bielefeld mit einer Mehrheit von knapp zwei Dritteln der Stimmen abgelehnt.
Bei den Falken handelt es sich also um eine faktische SPD-Organisation. Mit linker Kritik an der Partei “Die Linke” haben die also gar nix zu tun. Schließlich sind sie Teil der Sozialdemokratie.
xD
haha 17.05.2009 – 01:12
sowas kommt ausgerechnet von den falken…daran sieht mensch mal wieder wie eklig diese gruppe ist…
kein problem damit, dass die partei die linke kritisiert wird, aber warum nur diese? auch wenn einiges ziemlich hohl ist, hab ich doch lieber eine linkere regierung als eine cdu-geführte. wenn eine regierung überhaupt sein muss…
schön ist auch auf der falken-homepage, “hallo ich bin erster vorstand” ahahahhahaha, ja wir brauchen hierarchien!!
hey Falken…
—- 17.05.2009 – 01:49
… ward ihr nich mal irgendwie SPD?? Und das mit den “sozialistischen jugendlichen” müsst ihr mir mal erklären?? Es is ja nich so, das die “Links”-Partei keine Kritik verdient hat, aber was macht ihr sonst so?? Gibt es im Pseudowahlkrampf keine wichtigeren Ziele anzugreifen, statt die “Links”-Partei.
Wie ein Vorredner schon sagt, lieber “Links”-Partei als CDU und ich fügen noch an: besser als SPD, FDP etc
aba besser noch DIE PIRATEN und noch besser: keine von allen!!! Selbstbestimmtes Leben ohne Diktat von oben!!!!!
Kreuzen Freunde! Kreuzen!
Gekreuzigter 17.05.2009 – 08:52
Keine Sorge.. Die Kohle für die Weltrevolution ist gesichert…
…zumindest in Magdeburg. Dort wurde mir erklärt, dass sich die Falken (nur in MD?) von Lotto Toto bedienen. Das ist echt hart. Die Revolution ist ein Lottospiel. Alter, ich mach 3 Kreuze, wenn wir endlich im Kommunismus sind.
lustige vögel, die falken!
Uccellatrice 18.05.2009 – 11:02
die erfurter falken sind schon lustige vögel! sozialdemokrat_innen mit antideutschem habitus die auf lehramt studieren & sich daher bald als beamt_innen dem deutschen staat an den hals schmeissen werden. spätestens dann ist schluss mit rebellischem gestus – spätestens dann wird von ihnen in den institutionen der sozialpartnerschaft (GEW) politik gemacht. was ja nicht verkehrt ist. aber revolutionär ist das auch nicht…
wie hiess es doch bei der beliebten 80er-jahre punk band “slime” so wunderschön: “Ihr seid Lehrer und Beamte, Seid Gelehrte sogenannte, Ihr schreibt Bücher, seid im Fernsehen. Und ihr glaubt, daß wir euch gern sehen. Immer kritisch und politisch, Marx und Lenin auf dem Nachttisch. Doch ihr habt was gegen Rabatz. Und macht den Bullen gerne Platz. Ihr seid nichts als linke Spießer” – wie wunderbar, wie passend! das lied hätte auch “Die Falken Erfurt” heissen können! wo ward ihr eigentlich, als das b-haus geräumt wurde?
Ab sofort online findet ihr unser Flugblatt zur Kritik der Linkspartei, das heute auf dem Erfurter Anger anlässlich ihres Wahlauftaktes verbreitet wurde (hier). Die Verbreitung fand leider ein jähes Ende nachdem die Diplom Pädagogin und Politikerin der Erfurter Linkspartei Susanne Hennig uns mit der Polizei drohte.
Frau Hennig die auch das Jugendbüro Redroxx mit betreibt, um einen “Stützpunkt für Leute, die Alternativen aufbauen und leben wollen” zu schaffen, war offensichtlich wenig begeistertert davon, dass sozialistische Jugendliche die Linkspartei nicht als Alternative zum herrschenden Elend begreifen und diesen Umstand, anlässlich einer Veranstaltung der Linkspartei, öffentlich machten. Leider versäumten wir in diesem Moment es auf den Eklat ankommen zu lassen. So zogen wir uns zurück, verteilten im Umfeld der Kundgebung noch einige Flugblätter und zogen uns dann über den Mittag in den nächst gelegenen Park zwecks abhängen zurück.
schon länger geschrieben und auch schon verteilt/bzw. gehalten, sind unser Flugblatt zum Schulstreik im November und auch unser Grußwort zum Bundesausschuss der Falken in Erfurt nun online. Derweil arbeiten wir an unserem Jahresprogramm, diesmal soll es Workshops zum Thema Gender/Feminismus, Geschichte bei Walter Benjamin, Afrikabilder in Deutschland und Asylpolitik in Thüringen, einen Siebdruckworkshop und vieles mehr geben.
Ausserdem wurde unser Projektantrag bewilligt und es wird ein Projekt geben, das sich mit der Schattenseite der Geschichte auseinandersetzt. Näheres dazu bald hier.
Pressemitteilung der Rechtsanwälte Dr.Klaus Hahnzog und Hartmut Wächtler zur teilweisen Aufhebung des Bayerischen Versammlungsgesetzes durch das Bundesverfassungsgericht (1 BvR 1492/08):
Zentrale Vorschriften des Bayerischen Versammlungsgesetzes durch einstweilige Anordnung des Bundesverfassungsgerichts gestoppt
Die heutige Eilentscheidung des BVerfG ist eine gute Nachricht für alle, die das Grundrecht der Bürger auf friedliche und möglichst ungehinderte Versammlung für unverzichtbar für die Demokratie halten. Es ist gleichzeitig eine Ohrfeige für die bayerische Mehrheitspartei CSU. Die CSU und die von ihr geführte Staatsregierung mit Innenminister Herrmann wollten den Bürgern durch eine Vielzahl von bürokratischen Schikanen das Demonstrieren schwer machen und alle Versammlungen möglichst lückenlos erfassen und kontrollieren und zwar unabhängig von ihrer Größe und dem Gefahrenpotenzial. Diesem Kontrollwahn ohne konkreten Anlass hat das BVerfG zunächst ein Ende gemacht.
Ebenso sind zahlreiche Bußgeldvorschriften vorläufig außer Kraft gesetzt worden. Die zu Grunde liegenden Vorschriften für Teilnehmer, Leiter und Veranstalter sind nach Meinung des BVerfG viel zu unbestimmt und schwammig, so dass die sich versammelnden Bürger der Willkür der Behörden bei der Auslegung der Vorschriften ausgesetzt wären.
Das BVerfG hat mit recht darauf hingewiesen, dass es sich um eine Eilentscheidung handelt. Nach der Tradition des Gerichts wird in diesem Eilverfahren nur behutsam in die Kompetenz des Gesetzgebers eingegriffen und nur dann, wenn der festgestellte Gesetzesmissstand offensichtlich ist. Davon ist das BVerfG offenbar ausgegangen. Die Entscheidung über das Bayerische Versammlungsgesetz insgesamt bleibt der Hauptsacheverhandlung vorbehalten. Dr.Hahnzog und Wächtler: Mit der Eilentscheidung hat das Gericht deutliche Hinweise gegeben, dass das Bayerische Versammlungsgesetz in seiner verabschiedeten versammlungs- und demokratiefeindlichen Tendenz keinen Bestand haben wird.
Die Entscheidung des BVerfG ist auch ein deutliches Signal in Richtung derjenigen Länder, wie Baden-Württemberg und Niedersachsen, die sich anschicken, dem bayerischen Beispiel zu folgen. Wir gehen davon aus, dass diesen Bestrebungen zunächst bis zur Entscheidung der Hauptsache ein Riegel vorgeschoben ist.
München, den 27.02.2009
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15. Dezember 2008 in
Texte.
in den nächsten Tagen laden wir die Literaturliste von Gerhard Stapelfeldt hoch und werden seinen Text zur Kritik der Parole “Bildung ist keine Ware” verlinken.
Nachdem wir heute ein Flugblatt (pdf-Version hier) zum Fürstenkongress verteilt haben, werden wir morgen ein Seminar zum Thema “Glanz und Gloria gestern, heute, morgen – das Elend der Geschichte und die Perspektive der Befreiung” veranstalten. Intressent_innen sind herzlich willkommen. Treffpunkt ist die Haltestelle Bergstraße der Linien 3 und 6 vom Klinikum in Richtung Domplatz (gegenüber vom Vollgut).
Am 16.07.2008 wurde das Verfahren gegen Angelo Lucifero, welcher sich am 15.03.2007 mit einer Schreckschusswaffe gegen rechtsextreme Angreifer auf einer Demonstration gegen Sozialabbau zur Wehr setzte, gemäß § 205 StPO (Strafprozessordnung) auf Grund seiner beidseitigen Schwerhörigkeit in Kombination mit einem Tinnitus, vorläufig eingestellt. Die Verhandlungsunfähigkeit wurde durch den als Gutachter geladenen Dr. Hesse bestätigt und das Gericht kam nach einer guten Stunde Verhandlungsdauer mit dem Staatsanwalt, sowie dem Anwalt der Nebenklage zu der Übereinstimmung, dass eine Weiterführung des Prozesses ergebnislos verlaufen würde.
Weiteres:
Weitere Informationen zum Fall um Angelo Lucifero (hier)
Bilder von der Solidemo für Angelo zum Prozessauftakt (hier)
Unsere Resolution “Antifaschismus ist nicht kriminell, sondern selbstverständlich!” (hier)