Lektürekurs zu Karl Korsch: “Quintessenz des Marxismus”

ab dem 5. Januar 2021 jede zweite Woche um 19:30 Uhr

„Der Marxismus ist wie ein grundgelehrtes Buch, dessen Schlusskapitel der Aufstand ist.“ schrieb Arthur Rosenberg. Leider vergaß er, darauf hinzuweisen, dass dieses Buch unpraktischerweise ziemlich dick ist und in den letzten 150 Jahren noch lauter und insbesondere akademische Bücher über dieses Buch hinzugekommen sind.
Wo also anfangen?
Karl Korsch – zeitweise Jura Professor in Jena und Justizminister in Thüringen, bevor er untertauchen musste – verstand seine Beschäftigung mit dem Marxismus so wenig als zweckfreie akademische Übung, dass ihm die Universität bescheinigte, zwar „außerordentlich begabt“ zu sein, aber „eine Einstellung und Zielsetzung“ zu besitzen, „die sich mit dem akademischen Lehrberuf … nicht verträgt“. Korschs Auseinandersetzung zielte darauf ab, die eigene Auseinandersetzung zu vermitteln – mit dem übergeordneten Ziel, dass dies Leute fit machen könnte, sich selbst gegen das Elend zu wehren. In diesem Sinne entstanden seine Schulungsbroschüren zum Marxismus.
Deren erste ist die Broschüre „Quintessenz des Marxismus“. Sie entstand 1922 als „Leitsätze für Kurse über Grundlehren des Kommunismus“. In 37 Fragen und Antworten wird in aller Kürze „doch aller wesentlicher Gehalt seiner Lehre“ präsentiert. Sie liefert einen Einstieg in wichtige Fragen der Marxschen Kapitalismuskritik, genauso wie sie „dem Anfänger ein selbstständiges Eindringen in das Marxistische System ermöglicht“.

Der Lektürekurs ist keine klassische Marxeinführung, sondern wir wollen uns mit Hilfe der Broschüre damit auseinandersetzen, was wir vom Marxismus über unsere eigene Situation lernen können. Der Kurs wird von Philipp – langjähriger Genosse der Falken – vorbereitet und durchgeführt.
Es finden mehrere Sitzungen statt und eine regelmäßige Teilnahme ist erwünscht, damit sich Diskussionen über die einzelnen Treffen hinaus entfalten können. Wir treffen uns jeweils ab 19:30 Uhr, in Präsenz in kleiner Gruppe im [kany]:

05.01.2022
19.01.2022
02.02.2022
16.02.2022
02.03.2022
16.03.2022
30.03.2022

Anmeldung im Vorfeld bitte an

Der NSU-Komplex und die akzeptierende Jugendarbeit – Rassismuskritische und geschlechterreflektierende Perspektiven

16. Dezember 2021 um 19:00 Uhr online

+++ Die Veranstaltung findet online statt. Eine Anmeldung ist erforderlich und zu richten an . Nach erfolgter Anmeldung erhaltet ihr den Link zur Veranstaltung! +++

Seit der Selbstenttarnung des NSU-Komplexes vor zehn Jahren wurden zahlreiche Bemühungen um eine Aufklärung und Aufarbeitung vorangetrieben, die sich mit der Entstehung des NSU und seinen Taten beschäftigen. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex hat bis heute jedoch eher marginal stattgefunden. Dies betrifft insbesondere auch die Soziale Arbeit, deren eigene Beschäftigung mit dem NSU-Komplex bis dato ausgeblieben ist.

Der Vortrag knüpft an dieser Leerstelle an und beschäftigt sich mit der Rolle der akzeptierenden Jugendarbeit bei der Entstehung des NSU-Komplexes in den 1990er Jahren. Anhand von rassismuskritischen und geschlechterreflektierenden Perspektiven wird der damalige sozialpädagogische Umgang mit rechten und rechtsextremen Jugendlichen betrachtet und die Frage gestellt, welche Schlussfolgerungen dabei für die Soziale Arbeit in der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus entstehen.

Die Referentin Lucia Bruns ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Jugendarbeit, Polizei und rechte Jugendliche in den 1990er Jahren“ an der Alice-Salomon Hochschule in Berlin und beschäftigt sich in ihrer Promotion mit der Entstehungsgeschichte des NSU-Komplexes im Kontext der Jugendarbeit der 1990er Jahre.

Winterfeier im Kidsklub

Am 11.12. feiern wir den Winter im Kidsklub. Um 12:00 Uhr treffen wir uns mit den Kids, um Lebkuchenhäuser und Lichter-Sterne zu basteln, um Plätzchen zu backen und um eine zauberhafte Wintergeschichte zu inszenieren. Um 15:00 Uhr können die Eltern dazukommen, denen die Geschichte vorgeführt, sowie winterlicher Punsch und selbstgebackene Keckse angeboten werden. Es wird famos.

Zutritt für Erwachsene nur nach Vorlage eines Geimpft/Genesenen-Nachweises und bei den Kids, wenn sie vorlegen können, dass sie in der Schule regelmäßig getestet werden. Zu der Sicherheit Aller können maximal 20 Leute teilnehmen.

Wir freuen uns riesig.

Klausurtagung der Helfer*innen

Vom 19. bis 21. November haben sich die ehrenamtlichen Helfer*innen, sowie die Projektreferentin von Perspektive Bleiben getroffen, um auf die Arbeit im Kidsklub zu reflektieren und das kommende Jahr zu planen.

Konkret haben wir uns mit (zunächst überfordernden) Situationen im pädagogischen Alltag beschäftigt und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickelt. In der Co-Helfer*innenzeit konnten wir uns zu zweit Arbeitsschwerpunkte in der Pädagogik überlegen und die kommenden Öffnungszeiten konzipieren. Das Ergebnis ist, dass die Öffnungszeiten nun feste Schwerpunkte haben:

  • in der montags Öffnungszeit wird in Zukunft viel gezockt! In kooperativen Spielen sollen die Kinder spielerisch Aushandlungsprozesse gestalten und Erfolgserlebnisse miteinander teilen. Das Konzept bezieht mit ein, dass das Gaming auch mit den Kindern besprochen wird: Wann zocke und ich warum? Was macht beim Spaß beim Zocken und was nicht? Gibt es vielleicht auch gefährliche Modi und wie kann man damit umgehen?
  • dienstags treffen sich die Rofas. Hier liegt der Schwerpunkt auf der festen Gruppenarbeit. Bis März sind viele Aktionen geplant (Backen, Ausflüge, etc.). Ab März sollen die Kids dann vermehrt das Zepter in die Hand nehmen und auch längerfristiger Aktionen mit- planen und organisieren.
  • donnerstags gibts nun ein Kreativangebot: An die Kidsklub on Screen #2 Angebote anknüpfend, wird Musik gemacht und Filme gedreht. Die Kinder lernen hier Skills im gestaltersichen Medienbereich und können neue Neigungen und Fähigkeiten entdecken, gemeinsam Inhalte, Inszenierung, Komponierung überlegen und umsetzen.
  • auch kommendes Jahr wird es samstags viele Ausflüge geben. Geplant sind sachen wie Schlittenfahren, ein Besuch im Plenatarium und vieles mehr.

Die Jahresplanung hat ergeben, dass wir auch kommendes Jahr aufs Zeltlager fahren, mit den Rofas einen Ausflug nach vermutlich Nürnberg machen werden, das “Rofa und Radikal” des Bundesverbandes besuchen werden, der Termin für die Herbstferienaktion steht, der für ein großes Sommerfest und vieles mehr. Stay tuned!

In dem Slot “Konsequenzen und Strafe in der Pädagogik” haben wir uns mit unserem Verwarnsystem auseinandergesetzt, da sich im Alltag gezeigt hat, dass ein festes Modell von “drei Verwarnungen und dann eine vorher mit allen besprochene Konsequenz” die Möglichkeiten des pädagogischen Handelns nimmt, was Kinder und Helfer*innen in der Vergangenheit in blöde Situationen gebracht hat. Wir haben nun einen anderen Umgang entwickelt für eskalierende, schwere Situationen. Intgeressiert? Komm zur AG Gryph!

Danach haben wir das Projekt Perspektive Bleiben mit einem externen Referenten reflekiert. Der Zwischenstand ist, dass es den Umständen entsprechend (Covid-19 seit Beginn des Projekts erschwert natürlich alles erheblich) sehr gut klappt, geflüchteten Kindern die Teilnahme an unseren Maßnahmen zu ermöglichen. Viele Kids mit Fluchthintergrund sind wie selbstverständlich fester Bestandteil des Kidsklubs und prägen alle Angebote entscheidend mit und die in zahlreichen Fortbildungen erarbeiteten Methoden ermöglichen es uns, auf mögliche besondere Bedarfe einzugehen. Besonders gefreut hat uns die Feststellung, dass sich im Projektzeitraum Alltagsrassismus bei anderen Kidsklub Kids vollkommen abgebaut hat und das gar kein Thema mehr im Kidsklub ist.

In dem letzten Slot haben wir uns mit der Prägung von Kindern durch ihr Umfeld, die Verhältnisse in denen sie aufwachsenen und ihrer Entwicklung auseinandergesetzt. Von der Frage ausgehend, was man unterschiedlichen Kindern wie zumuten kann haben wir gemeinsam mit der Referentin erarbeitet, dass sich diese Frage weniger durch das Alter der Kinder beantworten lässt, sondern eher durch ihre Umfelder, in denen sich unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. Wir haben darüber diskutiert, was man als (ehrenamtliche) Helfer*in auffangen kann und was alles nicht. Hier haben wir den Schwerpunkt besonders auf geflüchtete Kids gelegt, deren Lebensrealitäten sich auf Grund meherer Faktoren von denen der anderen Kids unterscheiden. Das Ergebnis der Diskussion ist, dass wir Helfer*innen uns nocheinmal mit den Erwartungen die wir an uns und unsere Arbeit kritisch auseinanderzusetzen haben.

Die neue aj – Arbeiter*innenjugend ist da!

Holt euch die neue Ausgabe zu Klasse im [kany] ab!

Die neue Ausgabe der aj – Arbeiter*innenjugend zu Klasse

Ab jetzt könnt ihr euch die neue Ausgabe der aj zu Klasse im [kany] abholen! Darin geht es u.a. um die Frage einer Aktualisierung des Klassenbegriffs für unsere Arbeit im Verband, es gibt spannende Einblicke in die Praxis eines Kollektivbetriebs und ein Interview mit unserer ehemaligen Bundesvorsitzenden Jana zu ihrem Blick auf die vergangenen Jahre im Verband.
Also kommt vorbei und schaut rein oder lest die Ausgabe online unter https://andere-jugend.de/.

Vortrag: Kritik der (Debatte um) Prostitution

24. November 2021 um 19:00 Uhr im [kany] – Thälmannstraße 26, 99085 Erfurt

Die Veranstaltung findet nach 2G+Regelung statt. Bitte habt deshalb euren Genesungs- oder Impfnachweis dabei. Wir bitten euch zudem, euch vor der Teilnahme an den bekannten Stellen kostenlos testen zu lassen oder euch vor Ort mit einem Selbsttest zu testen. Diesen könnt ihr entweder selbst mitbringen oder bei uns zum Einkaufspreis erhalten.

Die Frage nach dem Umgang mit Prostitution/Sexarbeit bezeichnet eine der großen Spaltungslinien des gegenwärtigen Feminismus. In der Debatte stehen sich vor allem zwei Positionen gegenüber: Zum einen die der Liberalisierung, die in erster Linie gegen das „Hurenstigma“ arbeitet und die Anerkennung der Sexarbeit als normalen Beruf fordert. Dem steht die Position der Prostitutionsgegnerschaft gegenüber, welche Prostitution als Verletzung der Würde der Frau wertet und die Nachfrage (d.h. die Freier) kriminalisieren will. Beide Positionen prallen regelmäßig aufeinander und scheinen kaum miteinander vereinbar.

Der Vortrag unterzieht beide Positionen einer Kritik, indem er ihre Auslassungen aufzeigt. So ist eine Kritik des Elends in der Prostitution zweifelsfrei notwendig – es ist aber fraglich, ob ein Verbot der Nachfrage die adäquate Antwort darauf ist.

Die Referentin:

Maria war mehrere Jahre bei den Falken Thüringen politisch aktiv. Als Referentin der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission setzte sie sich auch auf Bundesebene für Feminismus und die Belange von Mädchen und Frauen im Verband ein.