Vom 29. März bis 2. April 2027 fahren wir gemeinsam nach Budapest
Warum Budapest?
Wir wollen gemeinsam nach Budapest reisen, um uns im Rahmen einer Städtefahrt mit der wechselhaften Geschichte und Gegenwart Ungarns sowie Themen im Bereich Kultur und Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Mit welchen Aspekten genau wir uns beschäftigen werden, entscheiden wir gemeinsam während der Planung unserer Fahrt. Einen kurzen Überblick über die Geschichte Ungarns findet ihr weiter unten.
Wie kann man mitmachen?
Wir laden alle Interessierten ab 18 Jahren zu einem gemeinsamen Auftakt-Treffen ein, bei dem wir in die Organisation und Programmgestaltung starten.
Am 9. November 2026 um 18:30 Uhr treffen wir uns im [kany], um uns kennenzulernen und mit der Planung zu beginnen.
Zu diesem Treffen können alle vorbeikommen, die gern mitfahren würden und mit entscheiden wollen, was wir in Budapest unternehmen wollen.
Die Geschichte und Gegenwart Ungarns – ein Überblick
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierte im Land kurzzeitig eine sozialistische Räterepublik, innerhalb derer z.B. der marxistische Philiosoph Georg Lukács eine wichtige Rolle spielte. Politische Maßnahmen wie (z.B. die Einführung des 8-Stunden-Tags) sollten die Situation der Arbeiter*innen verbessern. Mit Sándor Ferenczi wurde in Ungarn 1919 erstmals ein Psychoanalytiker zum Universitätsprofessor berufen. Nur kurze Zeit später jedoch prägte das autoritäre Regime des Monarchisten Miklós Horthy die politischen Verhältnisse.
Im Pakt mit den Nationalsozialisten beteiligten sich ungarische Truppen Anfang der 1940er Jahre am Überfall auf die Sowjetunion. Jüdinnen und Juden wurden in Ungarn zu dieser Zeit bereits per Gesetz diskriminiert und verfolgt. 1944 übernahm das Regime der Pfeilkreuzler die Macht und unterstützte die deutschen Nationalsozialisten schließlich bei dem Versuch einer vollständigen Umsetzung ihrer antisemitischen Vernichtungspläne. Über eine halbe Million Menschen wurde ermordet – fast alle im letzten Jahr vor der Befreiung Europas vom Nazi-Terror.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich Ungarn in der Einflusssphäre der Sowjetunion. Der Versuch Imre Nagys, eine Liberalisierung des sozialistischen Systems herbeizuführen, scheiterte und führte 1956 zu einem Aufstand gegen das Regime.
Durch den Einmarsch sowjetischer Truppen wurden die Reformbestrebungen im Keim erstickt. Bis 1989 blieb Ungarn eine sozialistische Volksrepublik, deren wirtschaftliches System im Volksmund als “Gulaschkommunismus” bezeichnet wurde.
Kurz vor dem Systemwechsel wurde das Land für zahlreiche Bürger*innen der DDR zum Schlupfloch im Eisernen Vorhang. Über die westdeutsche Botschaft in Budapest gelang zunächst hunderten und in den folgenden Wochen zehntausenden weiteren die Ausreise in den Westen.
Nach dem Ende des Staatssozialismus erlebte das Land eine Phase der Transformation. Auf eine Phase marktwirtschaftlicher Liberalisierung, die mit großen gesellschaftlichen Verwerfungen einerging, folgte ab den 2010er Jahren das autoritäre Regime Viktor Orbáns.
Die Fidesz-Partei baute den Staatsapparat und das Land Stück für Stück nach ihren Vorstellungen um und schränkte die bürgerliche Freiheit und die Rechtsstaatlichkeit massiv ein. Innerhalb der EU vertrat das Orbán-Regime einen besonders harten Abschottungs-Kurs gegen Menschen auf der Flucht.
Rechte aus Deutschland erklärten Ungarn unter Orbán deshalb zum place to be und wanderten in größeren Zahlen dorthin aus.
Antifaschistische Aktivitäten sowie die Rechte von Minderheiten, wie z.B. der LGBTQ-Community wurden unter der Fidesz diskreditiert und eingeschränkt. Trotz all dem lieferte der deutsche Staat 2024 Maja T. rechtswidrig nach Ungarn aus, wo Maja nun nach einem Urteil des Budapester Stadtgerichts für mehrere Jahre in Haft bleiben soll.
Seit April 2026 regiert nun Péter Magyar von der Tisza-Partei das Land. Seitdem gibt es politische Reformversuche in Richtung einer Liberalisierung, doch an einer restriktiven Migrationspolitik hält auch die neue Regierung fest.

