Antifaschistische Veranstaltungsreihe im Dezember

Folgende Veranstaltungen finden im Dezember im [kany] statt:

Einführung in den israelbezogenen Antisemitismus mit Felix Riedel
Montag I 03. Dezember I 19:00 Uhr

Israel ist der einzige jüdische Staat. Als solcher bietet er allen Juden der Welt eine Fluchtmöglichkeit an, die Juden historisch nicht hatten. Ein Staat von Geflüchteten für Geflüchtete – daran entzündete sich von Beginn an der Hass von Nazis und ihren Nachfolgern. Aber es ist nicht nur die extreme Rechte, die Israel zum Problem erklärt hat. Die Frage, ob und wie man Israel kritisieren darf, treibt das gesamte Land um.
Der Vortrag erklärt, wie Israel entstand, welchen Bedrohungen die israelische Gesellschaft ausgesetzt war und ist und mit welchen Strategien israelbezogener Antisemitismus an Universitäten und in Medien arbeitet.
Dr. Felix Riedel ist Ethnologe und arbeitet freiberuflich als Referent für politische Bildung. Er führt seit 2006 das Blog „Nichtidentisches“ und schreibt in unterschiedlichen Medien regelmäßig zum Thema Antisemitismus.

Faschismustheorien: Einführung und Überblick mit Mathias Wörsching
Mittwoch I 11. Dezember I 20:00 Uhr

Der Zweck von Faschismustheorien ist die wissenschaftliche Beschreibung und Erklärung des Faschismus als Form politischer Ideologie und Bewegung, politischer Organisation und Praxis sowie politischer Herrschaft in der weltweiten kapitalistischen Moderne. Diese Theorien bieten Begriffe und Modelle, mit denen Erscheinungen aus dem Feld der extremen Rechten untersucht, verglichen und eingeordnet werden können. Sie arbeiten diejenigen Verhältnisse und Entwicklungstendenzen der modernen Gesellschaft heraus, die Faschismus entstehen und emporkommen lassen oder ihn zumindest begünstigen. Umgekehrt weisen Faschismustheorien auch auf gesellschaftliche Kräfte hin, die gegen Faschismus wirken oder gegen ihn mobilisiert werden können.
Seit 1919, als der Faschismus unter diesem Namen zum ersten Mal in Italien auftrat, ist der Faschismusbegriff gerade auch von linker Seite immer wieder auf nahezu die gesamte politische Rechte und jede Form von Unterdrückung ausgeweitet worden. Auf der Veranstaltung soll der Begriff in einem ersten Schritt geklärt und geschärft werden. Im zweiten Schritt gibt es einen Überblick zur Entwicklung der Faschismustheorien und zu ihren verschiedenen Richtungen. Im dritten Schritt wird eine bestimmte Gruppe von Theorien näher betrachtet: die sozialpsychologischen Ansätze, die Marxismus und Psychoanalyse verbinden. In der abschließenden Diskussion ist dann auch Raum für aktuelle Fragen und Probleme.

Buchvorstellung mit M. Hagedorny: Georg Johann Elser – der Hitler-Attentäter
Montag I 16. Dezember I 19 Uhr

Vom Feind der Volksgemeinschaft zum deutschen Helden in 80 Jahren: Georg Elser (1903–1945) wollte Adolf Hitler 1939 mit einer Bombe töten und scheiterte nur knapp. Nach langer Verleumdung setzt ihm die deutsche Gesellschaft ein Denkmal nach dem anderen. Am Umgang mit Elser zeigen sich die Leerstellen und Abgründe der deutschen »Aufarbeitung der Vergangenheit«.
Das Buch geht der Frage nach, was das Andenken an den christlich und kommunistisch geprägten Attentäter in Deutschland über Jahrzehnte blockierte und warum der einsame Widerstandskämpfer heute kein Vorbild sein kann.
Das Buch „Georg Elser in Deutschland“ erschien Anfang November 2019 im ça ira-Verlag.

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