Vortrag und Diskussion am 30. Juni 2026 um 18:30 Uhr im [kany]
Thüringen war Anfang der 1920er ein progressiv regiertes Land, in dem die lokale Sozialdemokratie ein groß angelegtes republikanisches Reformprojekt gegen den Muff der vergangenen Kaiserzeit vorantrieb. 1923 ließen sich die linken Arbeiterparteien hier, trotz ihrer sehr grundsätzlichen Differenzen, gar auf den Versuch einer gemeinsamen Arbeiterregierung ein.
Doch innerhalb weniger Jahre änderten sich die politischen Verhältnisse radikal: Bereits 1930 wurde mit Wilhelm Frick ein nationalsozialistischer Minister im Ministerium für Inneres und Volksbildung vereidigt.
Das stimmt bis heute nachdenklich: Wie war es möglich, dass sich innerhalb von kürzester Zeit die Machtverhältnisse im Land derart nach rechts verschoben? Welche Voraussetzungen beförderten den landespolitischen Backlash? Kurzum: Wie wurde Thüringen in kurzer Zeit von einem progressiv regierten Land zur Blaupause für eine faschistische Machterlangung?
In einem Input werden die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der 20er Jahre im Land Thüringen vorgestellt. In Anschluss daran besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Diskussion sowohl über die historischen Gegebenheiten als auch über die Frage, was wir daraus für unser heutiges politisches Handeln mitnehmen können.
Eine Kooperation mit der Projektgruppe „Erfurt im Nationalsozialismus“ des DGB Bildungswerks Thüringen e.V.

