Zeitzeugengespräch mit Martin Rambow am 22. Januar 2026 um 18:00 Uhr im [kany]
Im Jahr 1962 führte die DDR die Allgemeine Wehrpflicht ein. Ab diesem Zeitpunkt mussten junge Männer zwischen 18 und 26 Jahren einen Grundwehrdienst von 18 Monaten ableisten. “Auf Befehl der Arbeiter- und Bauernregierung” galt es für jeden Soldaten – notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens – das Vaterland und den Sozialismus “gegen alle Feinde zu verteidigen”.
Ein verfassungsmäßiges Recht auf Kriegsdienstverweigerung gab es nicht. Wehrpflichtige hatten keinen Anspruch auf eine nicht-militärische Alternative aus Gewissensgründen.
Ab 1964 gab es die Möglichkeit, in den Baueinheiten der Nationalen Volksarmee zu dienen und als sogenannter “Bausoldat” v.a. am Bau militärischer Objekte mitzuwirken, anstatt sich auf einen militärischen Einsatz vorzubereiten. Männer, die von dieser Alternative Gebrauch machten, galten jedoch aus der Sicht des Staatsapparates als Soldaten zweiter Klasse und standen unter Verdacht, Gegner des sozialistischen Gesellschaftsmodells zu sein.
Viele konnten deshalb z.B. nicht den Berufsweg einschlagen, den sie gern eingeschlagen hätten.
Wir haben den Friedensaktivisten und Pfarrer im Ruhestand Martin Rambow bei uns zu Gast.
Als Zeitzeuge berichtet er uns im Gespräch davon, was seine eigenen Erfahrungen mit Kriegsdienstverweigerung in der DDR waren.
Welche Konsequenzen hatte es für ihn und sein Umfeld in der DDR, den Dienst an der Waffe zu verweigern? Was waren seine Beweggründe, keinen Wehrdienst in der DDR leisten zu wollen? Und wie blickt er heute auf die aktuelle gesellschaftliche Debatte rund um “Kriegstüchtigkeit” und Wehrdienst in der Bundesrepublik?
Diese Fragen und weitere wollen wir mit Martin Rambow besprechen und freuen uns schon auf die Veranstaltung!
Wenn ihr auch mehr über Kriegsdienstverweigerung in der DDR erfahren wollt, kommt vorbei!
(Martin Rambow ist Pfarrer im Ruhestand, Friedensaktivist und Mit-Initiator des Denkmals für den Unbekannten Wehrmachtsdeserteur in Erfurt)

