Vortrag und Diskussion am 13. Oktober 2026 um 18:30 Uhr im [kany]
Wenn Förderprogramme oder Haushaltsmittel gekürzt werden sollen, wird von Trägern und Engagierten regelmäßig vorm „Sterben der Zivilgesellschaft“ gewarnt. Mit dem Ziel, den Fortbestand von Projekten in Landes- oder Bundesprogrammen abzusichern, die sie für demokratiestabilisierend halten, gehen die Parteien des progressiven Spektrums nicht selten Kompromisse mit den Konservativen ein, die zu sozialpolitischen Verschlechterungen führen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wessen „Sterben“ da eigentlich verhindert wird, wenn man versucht, „die Zivilgesellschaft“ vor drohenden Kürzungen zu retten. Was ist die Zivilgesellschaft und wie hat sie sich entwickelt? Wer ist darin engagiert für soziale Gerechtigkeit und Demokratie und wie hat sich das Feld durch die Einführung von Förderprogrammen und staatliche Steuerung in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Und nicht zuletzt: Schützt die Förderung von Demokratieprojekten wirklich unsere Demokratie?
Wir wollen in unserer Veranstaltung die historischen Entwicklungen im Bereich der Zivilgesellschaft nachvollziehen. Wir wollen verstehen, welche Funktionen staatliche Förderprogramme haben, welchen Interessen und Logiken sie folgen und welche Auswirkungen das auf die Arbeit von Trägern, Verbänden, NGOs, aber auch von kleinen ehrenamtlichen Initiativen oder lokalen Antifa-Gruppen hat. Und wir wollen darüber diskutieren, was es eigentlich braucht für eine wirksame Stärkung von Demokratie gegen einen erstarkenden Faschismus – und wer das unter welchen Bedingungen leisten kann.
Dabei unterstützt uns unser Referent Frederik. Frederik war jahrelang bei den Falken in Thüringen aktiv, arbeitet seit vielen Jahren hauptamtlich in verschiedenen Verbänden und im Bereich der Jugendpolitik.

