Vortrag: Wer sich mit Hunden zu Bett legt

Kafkas Überlegungen zum Jiddischen und Auseinandersetzung mit antisemitischen Vorurteilen

Vortrag . 07. Dezember . 19:00 . [kany]

Das Jiddische habe, wie Kafka schreibt, zarte Verbindungen zum Deutschen. Unmöglich sei es jedoch, den Jargon ins Deutsche zu übersetzen, denn dann würde man ihn vernichten. Dies soll eine Fährte legen, sich auf sprachlicher Ebene mit Identitäten auseinanderzusetzen und frühe antijudaistische Ressentiments und Diskriminierungen aufdecken, die sich in antisemitischer Hetze verhärtet haben. Schon im 16. Jahrhundert gab es ein Interesse an der jüdischen Sprache und dadurch auch vermehrte Auseinandersetzung mit ihr, da man der „Gaunersprache“ Einhalt geben müsse, um den „falschspielenden“ Juden zur Verantwortung zu ziehen. Die Angst vor einer Sprache, welche sich nationalphilologischen Merkmalen zur Gänze entzieht, war groß, zumal derzeit die Verbindungen zwischen Sprache und Boden sehr stark waren, und man wenig mit einer Sprache anfangen konnte, die wurzellos „in die Luft hinauszuwachsen“ schien.

Die Reihe wird organisiert von den Falken Erfurt und gefördert durch Mittel des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt (LAP)

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