Jour Fixe: 100 Jahre Anti-Imperialismus nach Lenin

27. November | 19:30 Uhr | [kany]

Vor 100 Jahren erschien Lenins Streitschrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, welche bis heute ein zentrales Grundlagenwerk für marxistische Imperialismustheorien darstellt. An diesem Abend soll Lenins Versuch einer Darlegung der „objektiven Bedingungen des Imperialismus“ und des „wahren Klassencharakter eines Krieges“ einer kritischen Analyse unterzogen werden.

Lesung: „Wurzellose Kosmopoliten“ (Jonas Engelmann)

23. November | 19:30 Uhr | [kany]

Luftmenschen und Golems, sprechende Tiere und Vampire geistern durch die jüdische Kulturgeschichte, auf der Suche nach Auswegen und Fluchtlinien vor den Anfeindungen der Gesellschaft. In Hochkultur und Popkultur, Jazz, Antifolk und HipHop, in Odessa und New York, Krakau und Montreal – Spuren finden sich überall. »Wurzellose Kosmopoliten« geht diesen Spuren nach, so verborgen sie auch sein mögen, in den Leerstellen und Untiefen von Literatur und Musik.

Von der osteuropäisch-jüdischen Kultur vor der Shoah, den fliegenden Luftmenschen bei Bruno Schulz oder Franz Kafka, den kabbalistischen Golems und den ­jüdischen Gangstern Isaak Babels finden sich Linien bis in die popkulturelle Gegenwart, die Musik, den Film und den Comic. Die Geister der jüdischen ­Kulturgeschichte spuken durch die Kunst, in ihren Verwandlungen erscheint möglich, was in der Realität meist eine Utopie bleibt: die Mechanismen der Ausgrenzung und des Antisemitismus ins Leere laufen zu lassen, vor ihnen davon zu schweben und zum Luftmenschen zu werden.

Jonas Engelmann ist studierter Literaturwissenschaftler, ungelernter Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt über Filme, Musik, Literatur, Feminismus, jüdische Identität und Luftmenschen für »Jungle World«, »konkret«, »Zonic«, »Missy Magazine« und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die »testcard« mit heraus.

Die Reihe wird organisiert von den Falken Erfurt und gefördert durch Mittel des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt (LAP)

Workshop zu Kracauers Faschismusanalyse

Die Geometrie des Faschismus – Zur Auseinandersetzung mit Kracauers Oberflächenanalyse
14. November | 18:15 Uhr | [kany]

Dass Erzeugnisse der Kulturindustrie Einzug in den wissenschaftlichen Diskurs halten, wird heutzutage kaum noch als anstößig empfunden. In den 1920er und 30er Jahren führte die Heranziehung solcher Untersuchungsgegenstände noch zu Kontroversen. Siegfried Kracauer (1889-1966) wählte in dieser Zeit gezielt populäre Erzeugnisse und erkannte sie als analysierbare Zeichensysteme an, aus denen Erkenntnisse über die Gesellschaft gezogen werden können.

Im Workshop werden wir Kracauers Aufsatz Das Ornament der Masse (1927) einer intensiven Lektüre unterziehen. In diesem Text richtet er den Blick auf eine der damals bekanntesten Tanzrevuen: die Tiller Girls. In deren Performance sieht er eine Geometrie, die er mit dem Kapitalismus und dessen eigentümlicher Rationalität in Verbindung bringt. Darin lassen sich bereits unheilvolle Tendenzen der deutschen Gesellschaft erkennen: die Ästhetisierung des Faschismus und die Formierung der Masse durch Propaganda.

Wir werden seiner Argumentation nachgehen und unter Berücksichtigung seiner Studie Totalitäre Propaganda (1937/38; erstmals 2012 erschienen) überprüfen, inwiefern sich jene Tendenz im Nationalsozialismus wiederfindet.

Für die Veranstaltung bitten wir um Voranmeldung.

Die Veranstaltung wird gefördert durch Mittel des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt (LAP)

Zur Aktualität des Autoritären Charakters

28. November | 19 Uhr | [kany]

Die Gesellschaft in Deutschland scheint in Bewegung. Regelmäßig finden Großdemonstrationen von rassistischen Basisbewegungen statt. Auch rassistische Angriffe sind in den letzten Jahren angestiegen. Laut der Chronik flüchtlingsfeindlicher Übergriffe der Amadeu Antonio Stiftung gab es im Jahr 2016 3767 Angriffe auf Asylsuchende, wobei die Dunkelziffer rassistischer Angriffe um ein Vielfaches höher liegen dürfte. Doch in der deutschen Bevölkerung bricht sich nicht nur ein Rassismus Bahn, sondern auch ein Rückbezug auf traditionelle und konservative Frauen- und Familienbilder: beispielsweise Demonstrationen gegen die Erweiterung von schwul-lesbischen und transsexuellen Liebesweisen im Sexualkundeunterricht. Es ist schwer sich gegen das Gefühl zu wehren, dass sich regressive Massenphänomene vermehren und in den letzten Jahren eine Mobilisierung von Menschen stattgefunden hat, die einen Volkswillen artikulieren und eine Führung stürzen wollen, um sie durch eine härtere zu ersetzen.
Im Vortrag soll es erstens darum gehen, inwieweit die Theorie des autoritären Charakters, wie sie in den 1930er und 50er Jahren von Max Horkheimer, Erich Fromm und Theodor W. Adorno entwickelt wurde, als Gesellschaftstheorie auch heute noch ihre Gültigkeit besitzt, also welche Tendenzen in der kapitalistischen Gesellschaft vorhanden sind, die, trotz des Wandels, den diese zum Neoliberalismus durchlebt hat, es möglich machen, dass solche Charakter entstehen können. Allerdings scheinen die Menschen, die den oben genannten Bewegungen anhängen, zusätzlich die Merkmale des klassischen autoritären Charakters zu zeigen, sodass zweitens diese Bewegungen als autoritäre konformistische Rebellion dargestellt werden sollen.

Referent: Paul vom „Verein für antifaschistische Kultur und Politik in Südthüringen“

Die Reihe wird gefördert durch Mittel des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt (LAP).

Offenes Plenum der Falken Erfurt

Mittwoch, 15. November | 18:30 Uhr | [kany]

Die Falken Erfurt laden zum offenen Plenum ein.

Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was die Falken eigentlich so machen, die auf der Suche nach netten Genossinnen und Genossen sind, die sich gegen die Zumutungen dieser Gesellschaft organisieren und gemeinsam diese Welt verstehen und verändern wollen.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung und für eine andere, bessere Welt. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es notwendig ist, sich zusammen zu tun.

Wir wollen zusammen und voneinander lernen, zusammen kämpfen und unsere wenige Freizeit gemeinsam gestalten und genießen. Wir wollen einen Gegenpol zur alltäglichen Zumutung durch Schule, Uni oder Arbeit schaffen. Wir haben keine Lust darauf, uns einzufügen und uns krumm zu machen, um ein Leben voller Langeweile und Entbehrung zu führen. Dies sind nicht unvermeidbare Nebenwirkungen einer unveränderbaren Welt, sondern die konkreten Folgen dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, gegen die uns tausend gute Gründe einfallen und tausend Dinge, die wir gegen sie tun können.

Linke Kinder- und Jugendarbeit? Die Falken stellen sich vor.

08. November | 17 bis 20 Uhr | [kany]

Du interessierst dich für kritische Pädagogik und hast Lust auf ehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen? Dann bist du bei den Falken richtig.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. In unseren Kindergruppen und Zeltlagern wollen wir Bedingungen schaffen, in denen es Kindern und Jugendlichen möglich ist, sich selbstbestimmt zu eigenständigen und kritischen Persönlichkeiten zu entwickeln. Bei uns lernen sie spielend ihre Umwelt zu entdecken, gesellschaftliche Zustände zu hinterfragen sowie ihre eigenen Interessen zu erkennen und formulieren. Unsere pädagogische Arbeit ist dabei immer auch ein Stück konkrete Utopie.

Dabei sind wir immer auf der Suche nach neuen Helferinnen und Helfern, die Lust haben, Kindergruppen gemeinsam mit uns aufzubauen und mitzugestalten. Auch setzen wir uns theoretisch in unseren Arbeitskreisen mit linken Pädagogikkonzepten auseinander. Unsere Arbeit wollen wir beim offenen Interessiertentreffen vorstellen.